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KonzertReview

REVIEW | 23.10.2017 – Arrested Development – Hannover

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REVIEW | 23.10.2017 – Arrested Development – Hannover

„Sometimes it feels like cardio training“

Arrested Development bringen Stimmung in das Musikzentrum

Zwischen coolen Hip-Hop-Moves und dominanten Beats – irgendwo dort bewegten sich Arrested Development am Montagabend auf der Bühne im Musikzentrum. Seit seiner Gründung im Jahr 1989 möchte sich das Rap-Kollektiv aus Atlanta/Georgia bewusst vom damals vorherrschenden Gangsta-Rap absetzen und vereint dazu Hip-Hop, Soul, Blues und Funk mit gesellschaftspolitischen Texten.

Dass der Abend von lauten Beats bestimmt sein würde, ließ sich schon vor dem Auftritt erahnen, denn der DJ brachte die Gäste vorab in den richtigen Groove. Zeit, um sich vor dem Auftritt einzutanzen, blieb reichlich, denn Arrested Development betraten ihre Bühne knapp 20 Minuten später als angekündigt. Anschließend wurden erst einmal in aller Seelenruhe die Instrumente gestimmt. Plötzlich stürmte eine Frau mit langen roten Rastazöpfen auf die Bühne, animierte die Menge zum Tanzen und Arrested Development spielten ihren ersten Song des Abends an. So gut tanzen wie die rothaarige Sängerin konnte an diesem Abend niemand. Aber alle gaben sich sichtlich Mühe.

Bereits ab dem ersten Takt machte sich ein kollektives Kopfnicken im Publikum breit. Bei dem monotonen Beat war es allerdings auch kein großes Kunststück, dabei immer den On-Beat zu treffen.

Bei sieben Musikern, die ausgelassen auf der Bühne ihre Show präsentieren, gab es zudem viel zu sehen.

Zu hören gab es bei diesem Konzert jedoch die meiste Zeit über leider nur einen musikalischen Einheitsbrei aus einem viel zu lauten Beat und einer übersteuerten Anlage. Dass Arrested Development stimmlich eigentlich ziemlich gut sind, wird auf jedem einzelnen Tonträger deutlich. Nicht umsonst ist das Kollektiv seit 25 Jahren international so erfolgreich. Im Lauf ihrer Karriere gewannen Arrested Development unter anderem zwei Grammys, Platin- und Gold-Auszeichnungen sowie MTV-Awards.

Stimmlich überzeugte Sänger Speech  an diesem Abend jedoch eher in den ruhigeren Passagen ohne lauten Beat.

Der Stimmung tat das dennoch keinen Abbruch. Es wurde gesprungen, getanzt, geklatscht und gesungen. „Sometimes it feels like cardio training“, scherzte Sänger Speech als die 300 Besucher treu seinen Anweisungen folgten.

Auf seine Nachfrage hin, wer zum ersten Mal ein Konzert von seiner Band besuche, wurden fast alle Arme in die Luft gestreckt. Dafür zeigten sich die Besucher erstaunlich textsicher. Und irgendwann saßen auch bei dem ein oder anderen ein paar coole Hip-Hop-Moves.

Nach 90 Minuten war das Konzert vorbei – zumindest der offizielle Teil der Setlist, denn eine Zugabe war nicht vorgesehen. Doch irgendwas hat Arrested Development an diesem Abend dazu veranlasst, die Bühne – entgegen aller Hip-Hop-Normen – noch einmal zu betreten und eine Zugabe zu spielen, als die „Aufräum- Musik“ bereits lief.


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