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Review | 23.02.2017 – Jennifer Rostock – SwissLife Hall Hannover

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Review | 23.02.2017 – Jennifer Rostock – SwissLife Hall Hannover

Bunte Lichter, Konfettiregen und jede Menge nackte Haut. Beim Konzert von Jennifer Rostock am Donnerstagabend in der Swiss Life Hall gab es viel zu sehen. Und damit ist hier bei weitem nicht nur die gigantische Bühnenshow der Wahlberliner gemeint. Jennifer Rostock, die mit bürgerlichem Namen Jennifer Weist heißt und eigentlich von der idyllischen Insel Usedom kommt, präsentierte ihren mit Tattoos übersäten Körper im knappen Leder-Outfit und Knieschonern. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber für schrille Outfits und eine geringe Hemmschwelle ist die Deutsch-Rockerin mittlerweile ja bekannt.

Offensiv, provokant und immer gegen den Strom. So lautet die Devise der Front-Frau. Ob auf der Bühne, in Interviews oder in ihren Texten – Jennifer spricht aus, was sie denkt und setzt mit ihrer Direktheit Statements gegen Sexismus, Rassismus und rechtsradikale Politik, wie kürzlich in ihrer Video-Performance gegen die AfD zu sehen war.

Auch an diesem Abend gab es eine kurze Moralpredigt an die Fans mit der eindringlichen Bitte, bei den anstehenden Bundestagswahlen das Kreuz doch bitte bei der richtigen Partei zu setzen.

Seit 10 Jahren begeistert Jennifer Rostock jetzt schon ihre Fans, von denen 3000 am Donnerstagabend jeden einzelnen Song voller Inbrunst mitgegrölt haben. Mit dem aktuellen Album „Genau in diesem Ton“ legen Jennifer und ihre Bandkollegen einen neuen Meilenstein im deutschen Rockbusiness und geben damit den Ton an. Rau, laut und angriffslustig präsentierte die Band um Powerfrau Jennifer Weist unter anderem die neuen Songs „Wir sind alle nicht von hier“, „Neider machen Leute“ und „Irgendwas ist immer“. Dabei ließ es Jennifer Rostock bereits in den ersten Takten richtig krachen und kippte sich prompt, unter einem lauten „Zicke zacke zicke zacke hoi hoi hoi“ einen giftgrünen Schnaps den Rachen hinunter. Dies sollte nicht der letzte gewesen sein…

Den Anfang machten an diesem Abend aber Jupiter Jones, die ihr aktuelles Album „Brüllende Fahnen“ im Gepäck hatten. Auch Deutsch-Rock, aber wesentlich zahmer als Jennifer Rostock.

Die setzte bei ihrer Show wie gewohnt auf laszive Blicke und Gesten und eine „große Schnauze“.

Und dann war da plötzlich dieser Überraschungsmoment. Während einer Unplugged-Session mitten im Publikum offenbarte Jennifer ihren Fans ihre sanftere und beinahe sinnliche Seite. Sie sprach von der zerbrochenen Liebe, aus der eine beständige Freundschaft wurde und widmete den Song „Jenga“ allen Ex-Pärchen, die diesen Jennifer-Rostock-Abend gemeinsam feierten. Dabei füllte ihre volle Stimme die gesamte Swiss Life Hall aus und sorgte für einen intimen und emotionalen Konzertmoment. Was soll man sagen? Manchmal ist weniger eben mehr.


Jupter Jones [Support]


Jennifer Rostock


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