REVIEW | 12.12.17 – Royal Republic – Capitol Hannover

Royalität, Loyalität und Qualität

Kurz nach 21 Uhr, die Frisur sitzt, der Schlips auch und der schwarze Anzug erst recht. Optisch hätten Royal Republic am Dienstagabend auch gut ein Konzert in der Elbphilharmonie zum Besten geben können, denn die vier Schweden Adam Grahn (Gitarre, Gesang), Hannes Irengard (Gitarre), Jonas Almén (Bass) und Per Andreassonhaben (Schlagzeug) haben sich an diesem Abend ordentlich in Schale geworfen.

Musikalisch betrachtet gab es im Capitol in Hannover allerdings die volle Breitseite Rock ’n‘ Roll. Dabei ging es bei dem aktuellen Album „Weekend Man“ aus dem vergangenen Jahr laut Frontmann Adam Grahn nicht primär darum, hochwertige und donnernde Rocksongs aufzunehmen, sondern vielmehr darum, etwas zu erzeugen, das sich anfühlt wie eine dynamische Reise. Deshalb findet man neben den typischen Royal Republic-Rockhymnen neue musikalische Abenteuer.

Dynamisch und abenteuerlich war der Abend in jedem Fall.

Innerhalb von Minuten brachte das Rock-Quartett das gut gefüllte Capitol zum Kochen. Die royale Fangemeinde zeigte sich äußerst loyal und textsicher und feierte ihre Schwedenrocker ausgelassen.

Mit „When I See You Dance With Another“ schmetterten Royal Republic an diesem Abend ihren ersten Song hin. Der frenetische Jubelchor ließ nicht lange auf sich warten und forderte lauthals mehr.

Es war ein Abend voller Euphorie und Hysterie – natürlich besonders im Publikum aber auch auf der Bühne, denn die Band hatte sichtlich viel Spaß am Hannoverschen Publikum. Kein Wunder: In 1200 mitfiebernde und jubelnde Gesichter zu blicken, das bereitet jedem Musiker große Freude.

Besonders Adam Grahn stand die Leidenschaft zur Musik ins Gesicht geschrieben. Cool und lässig präsentierte er sich auf der Bühne und hatte dabei alles im Griff – sowohl seine Band, als auch seine Fans, die ihm Song für Song an den Lippen hingen.

Spätestens während des Songs „Tommy Gun“ schüttelten die Musiker die Masse einmal kräftig durch und sortierten sie mittels eines wilden Circle Pits neu. Dazu gab es ein Gewitter aus blinkenden Lichtblitzen und wild flackerndem Strobolicht.

Nach 90 Minuten war das offizielle Set abgespielt. Es folgte eine Zugabe und am Ende ließen sich Royal Republic noch ein wenig auf der Bühne feiern.

Die Show am Dienstagabend im Capitol war das letzte Deutschland-Konzert auf der jetzigen Tour. Aber an alle Fans: Kopf hoch. Die Schwedenrocker verabschiedeten sich mit einem Versprechen. Sie kommen wieder – mit neuem Album.




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