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KonzertReview

REVIEW | 01./02.11.2017 – Fury in the Slaughterhouse – Hannover

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REVIEW | 01./02.11.2017 – Fury in the Slaughterhouse – Hannover

Im Alter soll man es ja ein wenig ruhiger angehen lassen. So dachten auch Fury in the Slaughterhouse, die, nach einer äußerst erfolgreichen Open Air Tour im Sommer und den drei vorausgegangenen Shows in der heimatlichen TUI Arena, nun akustisch unterwegs sind. Unter dem Motto „Little Big World Tour – Live & Acoustic“ ist die Band, die einst als „Die beschissenen 6“ unter Pseudonym unterwegs war, nun erneut auf Deutschland Tour um ihrem 30. Geburtstag das berühmte i-Tüpfelchen aufzusetzen und um noch einmal in kleinen, speziellen Sälen zu spielen. In ihrer Heimatstadt holen sie sich nun sozusagen den Ritterschlag ab und spielen im traditionsreichen Kuppelsaal im Hannover Congress Centrum (HCC). Das der frisch renovierte Kuppelsaal zwei Abende ausverkauft ist, erklärt sich dabei fast von selbst. Das die „Furys“ jedoch nicht mehr zu sechst, sondern inzwischen zu acht auf der Bühne stehen, ist hingegen neu. Bereits bei den Shows in der TUI Arena, sowie den Sommer Open Airs war mit Martin Huch ein „neues“ Mitglied dabei. Huch brillierte dabei an seinen Instrumenten und verhalf dem typischen Fury-Sound noch einmal zu einer noch höheren Qualität. Mit der großartigen Anne de Wolff wurde die Band für die Akustik Shows noch einmal aufgestockt. Mit Geige, Akkordeon, Mandoline, Vibrafon und vielen weiteren Instrumenten brachte die 46-jährige noch einmal eine Reihe von neuen Instrumenten in das Sound-Ensamble ein.

Bevor es im Kuppelsaal jedoch mit Fury losgeht, erhält jemand anders die Ehre in diesem altehrwürdigen Saal den Abend zu eröffnen. Jean van den Berg ist mit 103 Jahren Hannovers ältester Musiker und hat sich damit seinen Auftritt im Kuppelsaal über die vielen Jahre redlich verdient und erspielt. Highlight seines Sets ist zweifelsohne seine Interpretation von „My Way“. Das Publikum feiert den 103-jährigen Standing Ovations. Chapeau…

Danach geht es dann jedoch in die „Little Big World“ von Fury in the Slaughterhouse. Die meisten der 2.500 Fans im ausverkauften Kuppelsaal konnte sich bereits vorab mit den „sanften“ Klängen vertraut machen, wurde das dazugehörige Album bereits vorab an zwei Abenden im Hamburger Grünspan aufgenommen und eindeutig das Meisterwerk der Furys. 

Der Name ist Programm und so geht es mit „My little World“ auch los. Auch wenn alles ein wenig ruhiger ist, als bei den normalen Fury-Konzerten, geht es trotzdem von der ersten bis zur letzten Minuten im beliebten Galopp durch dreissig Jahre Bandgeschichte. Das dies nicht nur musikalisch, sondern auch mit der einen oder anderen Anekdote passiert, ist selbstverständlich. Jedes Bandmitglied weiss von lustigen, aber auch ernsten Dingen zu berichten und so ist dieser akustische Abend eine wirkliche Zeitreise, die durchweg einfach nur Spaß macht.

Neben einigen Coversongs, kommen auch einige Freunde mit auf die Bühne. Bei „Radio Orchid“ holen die Furys sich mit Mousse T., der auch liebevoll „Disco Türke“ genannt wird, jemanden auf die Bühne, der diesen Song vor knapp 24 Jahren remixte. Auch Jan Löchel, der bereits bei den Sommer Open Air Shows als special Guest die Abende eröffnete, kam zum The Cure Cover „Boys don’t cry“ mit auf die Bühne und verhalf dem Song zu ganz neuem Glanz.

Es fehlte kein Hit und es war, trotz Sitzplätzen und akustischem Sound, ein kleines, aber feines Spektakel. Es war etwas ganz besonderes. Wie bereits bei Jean van den Berg, gibt es Standing Ovations. Diesmal für die Hauptprotagonisten, für die Geburtstagskinder, für die Helden der Stadt, für einen unglaublichen Abend und für eine Band, die sich eigentlich aufgelöst hatte, zerstritten war, aber in der jeder einzelne wohl über seinen eigenen Schatten springen konnte und so den Spaß zurück brachte. Dieser Spaß macht sich nicht nur in der Band bemerkbar, sondern auch bei den vielen, vielen, vielen Fans, die die Abende mit Fury in the Slaughterhouse wahrlich aufsaugen und genießen und jeder einzelne ins Geheim hofft, dass die einst als „Die beschissenen 6“ auch in den nächsten Jahren weiterhin fröhlich, locker, gut gelaunt und ungezwungen durch das Land galoppieren werden und noch eine Reihe von weiteren großartigen Konzerten spielen werden.

Das der Abend im Kuppelsaal Hannover im übrigen mit „It’s a long way to the top“ endet, ist im wahrsten Sinne ein perfekter Schlußstrich unter ein Konzert von einer Band, die einst, Ende der 80er Jahre, ihre Platten noch selber vor dem legendären „Flohzirkus“ am hannoverschen Flohmarkt verkauft hat und sich über 30 Jahre durch sämtliche Clubs und Hallen der Stadt gespielt hat und im März, mit drei Konzerten in der größten Turnhalle der Stadt, einen neuen Weg eingeschlagen hat, den so keiner der Band wirklich gedacht hat. Mit den beiden Konzerten im Kuppelsaal haben sich Fury in the Slaughterhouse nun ihr eigenes Denkmal gesetzt. Verdient, großartig und einfach stark. Solche Tage wollen wir nicht vergessen, auch wenn der Weg nach oben ein langer war. Zeit zum Wundern bleibt nicht, denn die Akustik Shows sind noch lange nicht vorbei und viele Fans freuen sich darauf in ihrer Stadt in der kleinen Welt der Furys willkommen zu sein…




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